Deklaration fordert Regierungskonferenz über UN-Parlament
Ein internationales Treffen der Kampagne für die Einrichtung eines UN-Parlaments im Senat von Argentinien in Buenos Aires hat die Vereinten Nationen und ihre Mitgliedstaaten aufgefordert, „einen Vorbereitungsprozess für eine intergouvernementale Konferenz zur Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen“ einzuleiten. Die Abschlusserklärung, die von rund 50 Teilnehmern aus 20 Ländern, darunter zehn Parlamentsmitgliedern und Vertretern von 20 zivilgesellschaftlichen Organisationen, verabschiedet wurde, stellt
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| Gruppenfoto der Teilnehmer |
| Bild: Democracia Global |
fest, dass die Notwendigkeit, Global Governance zu demokratisieren, „eine der größten politischen Herausforderungen unserer Zeit“ sei. Die Erklärung appelliert an individuelle Weltbürger, und vor allem an Parlamentarier, Regierungen, die internationale Gebergemeinschaft und die Zivilgesellschaft, sich verstärkt für „demokratischen globalen Wandel“ zu engagieren.
In der Eröffnungssitzung bekräftigte der argentinische Abgeordnete Fernando Iglesias die Notwendigkeit einer globalen Demokratisierung durch ein UN-Parlament. Der Gastredner Olivier Giscard d'Estaing, ein ehemaliger Parlamentsabgeordneter aus Frankreich, äußerte seine Enttäuschung über das fortdauernde Misslingen einer substanziellen Reform der Vereinten Nationen. Giscard d'Estaing forderte die Schaffung „neuer Weltinstitutionen, einschließlich eines Weltparlaments, die sich mit den Problemen der Welt befassen“. Der Direktor des World Federalist Movement - Institute for Global Policy, William Pace, übte scharfe Kritik an der G8 und G20. „Diese informellen Governance-Mechanismen sind dramatisch gescheitert", erklärte Pace. „Unser Ziel ist es, die Brutalität des Imperialismus mit konstitutionellen und parlamentarischen Prinzipien auf globaler Ebene zu ersetzen", sagte er.
In einem schriftlichen Grußwort an die Sitzung erklärte der Parlamentarier und ehemalige Ministerpräsident von Malta, Alfred Sant, dass „das Ziel der Schaffung eines UN-Parlament weit entfernt erscheinen mag. Die globalen Realitäten verändern sich aber so schnell, dass sich die Relevanz dieser Versammlung viel früher als hoch erweisen könnte, als derzeit vermutet wird." Der Europaabgeordnete Jo Leinen stellte in einer Nachricht an das Treffen fest, dass „der Vorschlag nun von einer Gruppe von gleichgesinnten Regierungen aufgegriffen werden sollte“.
In der Plenarsitzung berieten die Teilnehmer über den Text der Abschlusserklärung und über ihre Tätigkeiten im vorangegangenen Jahr. Am Nachmittag fanden parallel mehrere Workshops statt. Der ehemalige Sekretär des Pan-Afrikanischen Parlaments, Werunga Murumba, nun am Zentrum für Parlamentarische Studien und Training der Kenianischen Nationalversammlung tätig, sprach über die Lehren aus der Schaffung bereits existierender internationaler parlamentarischer Versammlungen auf kontinentaler Ebene. Weitere Workshops beschäftigten sich mit den nächsten Schritten in der lateinamerikanischen Region sowie mit dem Zusammenhang zwischen eines UN-Parlaments und einer Reform der UN-Charta.
Die Veranstaltung, die am Montag in den Räumlichkeiten des Senats von Argentinien stattfand, war das vierte Treffen einer internationalen Kampagne, die im April 2007 gestartet wurde. Der Leiter des Kampagnen-Sekretariats, Andreas Bummel, merkte an, dass bis heute rund 900 Parlamentsmitglieder aus über 90 Ländern ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht haben. Diese repräsentieren mehr als 100 Millionen Menschen aus ihren Wahlkreisen. Rund 750 sind derzeit im Amt.
Dem Treffen war in der Woche zuvor ein Seminar des Lateinamerikanischen Parlaments über regionale Integration und die Reform der internationalen Institutionen vorangegangen. Eines der Panels drehte sich um den Vorschlag für ein UN-Parlament. Das internationale Treffen der UNPA-Kampagne in Buenos Aires fand im Rahmen eines zehntägigen Programms zum Thema globale Demokratie statt, welches von der argentinischen Nichtregierungsorganisation Democracia Global koordiniert wurde.
Abschlusserklärung von Buenos Aires
Bild oben: Eröffnung der Sitzung durch Democracia Global
Declaration calls for intergovernmental conference on UN Parliament
An international meeting of the Campaign for the Establishment of a United Nations Parliamentary Assembly in the Senate of Argentina in Buenos Aires has called on the United Nations and its member states to initiate a “preparatory process towards an intergovernmental conference for the purpose of establishing a Parliamentary Assembly at the United Nations.“ A declaration adopted by around 50 participants from 20 countries, among them ten Members of Parliament and representatives of 20 civil society organizations, states that “the need to democratize global governance is one of the greatest political challenges of our times. It calls on individual world citizens, and
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| Group picture of the participants |
| Image: Democracia Global |
especially parliamentarians, governments, the international donor community, and civil society to make a commitment to democratic global change.”
At the opening session the Argentinian deputy Fernando Iglesias reiterated the need for global democratization through a UN Parliamentary Assembly. As a guest speaker Olivier Giscard d’Estaing, former Member of Parliament from France, voiced his disappointment over the enduring failure to bring about any substantial reform of the United Nations. Mr. Giscard d’Estaing called for the creation of “new world institutions dealing with world problems, including a world parliament.” The Executive Director of the World Federalist Movement-Institute for Global Policy, William Pace, severely criticized the G8 and G20. “These informal governance mechanism have failed dramatically,” Mr. Pace stated. “Our goal is to replace the brutality of imperialism with constitutional and parliamentary principles at the global level,” he said.
In a written welcome note to the meeting, the parliamentarian and former Prime Minister of Malta, Alfred Sant, stated that “the goal of establishing a UN Parliamentary Assembly may appear to be far away down the road, but global realities are changing so fast that the relevance of an Assembly may become salient much sooner than is now supposed.” The European parliamentarian Jo Leinen noted in a message that “the proposal now has to be taken up by a group of like-minded governments”.
In the plenary session, participants deliberated on the outcome document and on their activities in the previous year. In the afternoon, parallel workshops were held. The former clerk of the Pan-African Parliament, Werunga Murumba, now at the Centre for Parliamentary Studies and Training of the Kenya National Assembly, spoke about lessons learned from the creation of existing international parliamentary assemblies. Other workshops were held on the next steps in the Latin-American region and on the creation of a UN Parliamentary Assembly and UN Charter reform.
The event that was held in the premises of the Senate of Argentina on Monday was the fourth meeting of an international campaign that was launched in April 2007. The head of the Campaign’s Secretariat, Andreas Bummel, noted that in this time span around 900 Members of Parliament from over 90 countries expressed their support, representing over 100 million people from their constituencies. Around 750 are currently in office.
The meeting was preceded by a seminar of the Latin-American Parliament on regional integration and the reform of international institutions that was held in the previous week. One of the sessions was devoted to the proposal of a UN Parliamentary Assembly. The UNPA-Campaign meeting was part of a ten-day programme in Buenos Aires coordinated by the Argentinian non-governmental organization Democracia Global.
Outcome document of Buenos Aires
Top image: Opening session, by Democracia Global
Lateinamerikanisches Parlament berät über Einrichtung eines Weltparlaments
Die Gründung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen (UNPA) war eines der Themen einer interparlamentarischen Konferenz des Lateinamerikanischen Parlaments über regionale Integration und die Reform internationaler Institutionen, die im Senat von Argentinien in Buenos Aires abgehalten wurde.
In seiner Einführung unterstrich der argentinische Abgeordnete Fernando Iglesias, dass sich die globale politische und ökonomische Lage durch die Globalisierung fundamental gewandelt habe. "Selbst die im Jahr 2000 gegebenen Konstellationen erscheinen aus heutiger Sicht völlig überholt.
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| Fernando Iglesias MP, Senatorin Sonia Escudero, Shahriar Sharei und Andreas Bummel (vlnr) |
| Bild: Senat von Argentinien |
Aber die globalen Institutionen sind im wesentlichen nicht angepasst worden." Obwohl der in den 1990er Jahren populäre Abgesang des Nationalstaats maßlos übertrieben gewesen sei, sei es genauso unangebracht, so zu tun, als habe es keine Veränderung gegeben. “In vielen Bereichen ist globale Regierung jetzt eine absolute Notwendigkeit. Aber die Weltbevölkerung ist aus der Entscheidungsfindung ausgeschlossen“, sagte Iglesias. “Die Frage ist, wie das geändert werden kann. Die Etablierung eines Weltparlaments ist die Antwort.“
Als zweiter Redner hob der Generalsekretär der Kampagne für ein Parlament bei den Vereinten Nationen, Andreas Bummel, hervor, dass internationale Organisationen wie die Weltbank, der Währungsfonds und die Welthandelsorganisation "globale Politik gestalten, die einen enormen Einfluss auf den internationalen Handel, Finanzen und nationale Ökonomien" hätten. Im Gegensatz zur regionalen Ebene, wo parlamentarische Institutionen eine immer größere Rolle spielten, existiere in keiner einzigen dieser internationalen Institutionen ein parlamentarisches Gremium. Bummel argumentierte, dass die Lücke durch die Einrichtung eines UN-Parlaments geschlossen werden solle. Das Parlament solle die UN-Generalversammlung ergänzen. "Der neue globale Gesellschaftsvertrag muss auf zwei Säulen aufbauen: auf den Individuen als Weltbürgern und auf den Nationalstaaten", sagte Bummel. Diese beiden Dimensionen könnten in der heutigen UN-Generalversammlung und in einer zusätzlichen Parlamentskammer widergespiegelt werden. Die parlamentarische Kammer solle letztendlich direkt gewählt werden.
Andere Themen, die während des Podiums angesprochen wurden, waren spezifische Fragen wie die Sitzverteilung in einer UNPA, die Rolle der Inter-Parlamentarischen Union, die rechtlichen Optionen zur Etablierung des Parlaments sowie mögliche Kompetenzen und Funktionen. In einer 2008 verabschiedeten Resolution hatte sich das Lateinamerikanische Parlament dem Vorschlag im Grundsatz bereits angeschlossen.
Die Diskussion wurde von der Generalsekretärin des Parlatino, Senatorin Sonia Escudero, moderiert. Weitere Präsentationen zur Reform der UN-Charta, der Reform des UN-Sicherheitsrates sowie über die Rolle der G-20 schlossen sich an. Unter den Sprechern waren unter anderem Shahriar Sharei, World Alliance to Transform the UN, Argentiniens UN-Botschafter Jorge Arguello und der Direktor der Abteilung für internationale Organisationen im argentinischen Außenministerium, Pablo Tettamanti. Die Konferenz wurde von Abgeordneten und Experten aus 14 Ländern besucht.
Die Konferenz des Lateinamerikanischen Parlaments war der erste Teil eines zehntägigen Programms über globale Demokratie, das von der argentinischen Nicht-Regierungs-Organisation Democracia Global koordiniert wird. Am Montag wird es mit einem internationalen Treffen der Kampagne für ein UN-Parlament im argentinischen Senat fortgesetzt. Von Dienstag bis Freitag schließlich ist die Jahreskonferenz des World Federalist Movement – Institute for Global Policy auf der Agenda.
Latin-American Parliament debates creation of a world parliament
The establishment of a United Nations Parliamentary Assembly (UNPA) was one of the topics debated at a interparliamentary conference of the Latin-American Parliament on regional integration and the reform of international institutions convened in the Senate of Argentina in Buenos Aires.
Giving an introduction to the subject, the Argentinian Member of Parliament Fernando Iglesias pointed out that globalization has changed the global political and economic reality in fundamental ways. “From today’s perspective, even the setting of the year 2000 looks antiquated.
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| Fernando Iglesias MP, Senator Sonia Escudero, Shahriar Sharei and Andreas Bummel (from left to right) |
| Image: Senate of Argentina |
But the global institutions have largely remained untouched.“ Although the farewell to the nation-state which was popular in the 1990s was overly exaggerated, Mr. Iglesias argued that it was just as inappropriate to pretend that nothing has changed. “In many areas, global governance now is an absolute necessity. But the world population is not included in decision-making“, said Mr. Iglesias. “The issue is how to change this and the solution is to establish a world parliament.“
The second panelist, Andreas Bummel, Secretary of the Campaign for the Establishment of a UN Parliamentary Assembly, stressed that international organizations such as the World Bank, the International Monetary Fund or the World Trade Organization “create global policy with enormous impact on international trade, finances and national economies.“ However, by contrast to the regional level where parliamentary bodies are mushrooming, “no formal parliamentary body exists in any of these international institutions“, Mr. Bummel added. He argued that this gap should be filled by establishing a UN Parliamentary Assembly as an addition to the existing UN bodies: “The new global social contract needs to have two pillars: the individual citizens and the nation-states,“ said Mr. Bummel. These two dimensions could be reflected by today’s UN General Assembly and by an additional parliamentary chamber that eventually is directly elected.
Other topics discussed during the panel included details such as the distribution of seats in a UNPA, the role of the Inter-Parliamentary Union, the legal options to create the body and possible powers and functions. In principle, the Latin-American Parliament supports the proposal of a UNPA. In 2008, a resolution was passed to this effect.
The panel was moderated by the Secretary-General of Parlatino, Senator Sonia Escudero. It was followed by presentations on UN Charter reform, Security Council reform and the role of the G-20, among others. Speakers included Shahriar Sharei, World Alliance to Transform the UN, Argentinia’s Ambassador to the UN, Jorge Arguello and the Director of the Department on International Organisations in the Ministry of Foreign Affairs of Argentina, Pablo Tettamanti. The conference was attended by lawmakers and experts from 14 countries.
The meeting of the Latin-American Parliament was the first part of a ten-day programme on global democracy coordinated by the Argentinian non-governmental organization Democracia Global. It continues on Monday with an international meeting of participants in the Campaign for a UN Parliamentary Assembly in the National Congress building. Finally, from Thursday to Friday, the annual Council Meeting of the World Federalist Movement – Institute for Global Policy is on the agenda.
Neues Forschungsprojekt untersucht Demokratisierung internationaler Institutionen
Ein vom Zentrum für Föderalismusstudien bei Turin ins Leben gerufenes Forschungsprojekt wird die demokratische Entwicklung internationaler Regierungsorganisationen kontinuierlich bewerten. Das von Professor Lucio Levi geführte wissenschaftliche Komitee und Forscherteam des Projekts International Democracy Watch (IDW) besteht aus einem weltweiten Netzwerk von 40 Universitätsprofessoren und Wissenschaftlern, die auf internationale Demokratie, internationale Organisationen und regionale Integration spezalisiert sind.
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| Bild: IDW |
Die Notwendigkeit für International Democracy Watch, so die Organisatoren, sei verbunden mit "dem abnehmenden Einfluss der Nationalstaaten auf die Steuerung der ökonomischen und sozialen Globalisierung und der damit einhergehenden Entstehung intergouvernementaler und supranationaler Organisationen in den Regionen und auf Weltebene." Darüber hinaus werde das Projekt die Entstehung und Entwicklung transnationaler Bewegungen der Zivilgesellschaft beobachten, deren Hauptziel globale Demokratisierung sei, also den Globalisierungsprozess durch die Demokratisierung internationaler Organisationen besser unter Kontrolle zu bringen.
Es wurde hervorgehoben, dass es zwar eine Vielzahl von Projekten und Instituten gebe, die sich mit der Entwicklung der Demokratie auf nationaler Ebene befassen, ähnliche Forschung mit einem Fokus auf internationale Beziehungen und internationale Demokratie gebe es dagegen noch nicht.
“Das Ziel von IDW besteht darin, die Erkenntnisse über die Entwicklung von Demokratie in internationalen Organisationen sowohl auf der regionalen, wie auf der weltweiten Ebene zu sichten sowie Fort- und Rückschritte internationaler Demokratie kontinuierlich zu bewerten. Die Ergebnisse werden tagesaktuell auf der Projekt-Webseite zur Verfügung gestellt und außerdem alle zwei Jahre in einem Bericht zusammengefasst", so Nicola Vallinoto, einer der Koordinatoren des Projekts.
Die Webseite des Projekts umfasst Bereiche, die sich den beobachteten Organisationen sowie den Kampagnen zur Stärkung und Demokratisierung dieser Institutionen widmen. "Eines der Themen, das wir beobachten und analysieren werden, sind die Bemühungen für ein globales Parlament, also um ein Gremium, das aus demokratisch gewählten Vertretern besteht", sagte Vallinoto.
Der zweijährige Bericht wird zu jeder beobachteten Organisation ein Kapitel enthalten und ein Sonderteil wird die wichtigsten Kampagnen für eine Demokratisierung internationaler intergouvernementaler Organisationen abdecken. Jede internationale Organisation soll im Rahmen eines Indizes für Internationale Demokratie bewertet und eingestuft werden. Die Veröffentlichung des ersten Projektberichts, der die weltweite Situation zum 30. Juni 2010 wiedergeben soll, wurde für Winter 2010-2011 angekündigt.
Internetseite:
http://www.internationaldemocracywatch.org/
Oberes Foto: Tobias Keckel, iStockphoto
New research project monitors democratization of international institutions
A research project launched by the Centre for Studies on Federalism based near Turin in Italy will continuously monitor the development of democracy in international governmental organizations. The scientific committee and the researchers’ team of International Democracy Watch (IDW) headed by Professor Lucio Levi is composed by a world-wide network of 40 University professors and scholars in international democracy, international organizations and regional integration.
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| Image: IDW |
As the project reported, the need to create an International Democracy Watch is linked to “the progressive reduction of the role and the influence of nation-states in the process of governing the economic and social globalization and the ensuing birth of a process of creating intergovernmental and supranational organisations both at the regional and the world level.” In addition, the project will cover the creation and the growth of transnational civil society movements, whose principal aim is to foster global democracy, that is the check of the globalization process through the democratization of international institutions.
It was pointed out that while a lot of projects and institutes exist that check and monitor the growth of democracy at the national level, no similar research is carried out with a focus on international relations and on international democracy.
Said Nicola Vallinoto, one of the project’s coordinators: “The aim of IDW will be to check the state of the art and the development of democracy in international institutions, both at regional and at world level, and to assess the progress or regression of international democracy through a regular monitoring, whose daily results will be available on the project website and through the publication of a biennial report.”
The project’s website includes sections dedicated to the monitored organizations and to the campaigns for the strengthening and the democratization of international institutions. According to Mr. Vallinoto, “one of the subjects that will be observed and analyzed are the efforts to create a body of democratically elected representatives, that is a global parliament.”
The biennial report will dedicate a chapter to every monitored international organization and a special section will present the main campaigns for the democratization of international governmental organizations. In addition, through the International Democracy Index every international organization will be rated and ranked. The first report is expected to be ready in Winter 2010-2011 and will be an instant view of the world situation as per June 30, 2010.
Project Website:
http://www.internationaldemocracywatch.org/
Top image: Tobias Keckel, iStockphoto
Inter-Parlamentarische Union: Spitzentreffen begräbt ambitionierte Reformpläne
Die dritte Weltkonferenz der Parlamentssprecher ist am 21. Juli mit der Verabschiedung einer Deklaration über die Notwendigkeit "globaler demokratischer Rechenschaftspflicht" in Genf zu Ende gegangen. Über 130 Spitzenvertreter der nationalen Parlamente stimmten schließlich einem Text zu, der von der Neuen Zürcher Zeitung als "nüchtern" und "gestutzt" bewertet wurde.
Die Deklaration stellt fest, dass "die heutigen multilateralen Systeme es viel stärker erlauben sollten, die Ansichten, Gefühle und Wünsche der Menschen in aller Welt zu berücksichtigen" und fordert "größere parlamentarische Mitwirkung in der internationalen Kooperation". Die in Genf versammelten Parlamentspräsidenten waren sich über den Weg dorthin allerdings uneinig. Mit Blick auf die Inter-Parlamentarische Union (IPU), Organisatorin der Konferenz und Dachverband der nationalen Parlamente, wurde zwar einhellig bestätigt, dass diese „das am besten geeignete internationale Gremium ist, um die Beziehung zwischen den Parlamenten und den Vereinten Nationen“ zu gestalten. Nach Presseberichten nahmen vorrangig die Parlamentspräsidenten aus dem Westen aber Anstoß an Bemühungen ihrer Kollegen, die als "Ambitionen zu einem Weltparlament" beschrieben wurden.
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| Abdurahim Abdi vertrat einen weitreichenden Reformansatz |
| Bild: IPU |
Der Sprecher der Ostafrikanischen Legislativversammlung Abdurahim Abdi beispielsweise hatte den Vorschlag gemacht, dass die Parlamente formal in die Entscheidungsmechanismen der Vereinten Nationen einbezogen werden sollten. "Es könnte etwa zu einem Erfordernis gemacht werden, dass jede Entscheidung der UN-Generalversammlung oder des UN-Sicherheitsrates einer Form von parlamentarischer Mitwirkung unterworfen werden muss, damit sie verabschiedet werden können. Wir könnten durch eine Stärkung existierender parlamentarischer Foren wie der Inter-Parlamentarischen Union erreichen, dass wir gemeinsam mit der UN-Generalversammlung und dem UN-Sicherheitsrat über die Gestaltung von weltpolitischen Fragen entscheiden", so Abdi.
Textänderung mildert Deklaration ab
Die Emirates News Agency berichtete, das eine Allianz aus europäischen und arabischen Parlamentspräsidenten sich in Genf erfolgreich für die Entfernung einer Textpassage aus dem Entwurf der Abschlussdeklaration eingesetzt hatte. Nach dem Passus hätte die Konferenz bestätigt, dass "alle Optionen" für eine Stärkung der IPU untersucht werden sollen, "einschließlich einer Reform ihrer gegenwärtigen Statuten und Regularien, dem Abschluss eines zwischenstaatlichen Vertrags über die IPU und der Eintritt in ein neues und signifikant verbessertes Kooperationsabkommen mit den Vereinten Nationen". Statt dessen wurde in der geänderten Fassung lediglich begrüßt, dass innerhalb der IPU eine Diskussion über deren Stärkung und "die Weiterentwicklung ihrer Kooperation mit den Vereinten Nationen" begonnen worden sei.
Der Präsident des Deutschen Bundestages, Norbert Lammert, erklärte in einer Rede, dass die IPU "weder ein Weltparlament noch eine Unterorganisation der VN" sei und dies auch nicht werden solle. Nach Angaben von Lammert wurde der Änderungsvorschlag zur Abschwächung der Abschlusserklärung von allen Parlamentspräsidenten aus den EU-Mitgliedsstaaten unterstützt.
GulfNews berichtete, dass der Sprecher des Föderalen Nationalrats der Vereinigten Arabischen Emirate, Abdul Aziz Al Ghurair, eine entscheidende Rolle dabei gespielt habe, um Unterstützung für den Änderungsvorschlag zu organisieren. Seine Sorge sei gewesen, dass die IPU auf Grundlage des ursprünglich vorgeschlagenen Textes "in eine Regierungsorganisation im Rahmen der UN umgewandelt werden kann, der es an Unabhängigkeit, demokratischer Verantwortlichkeit und Transparenz mangelt".
Neuer „parlamentarischer Arm” für die UNO vorgeschlagen
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| Abdul Aziz Al Ghurair forderte einen „parlamentarischen Arm“ für die UNO |
| Bild: IPU |
Zugleich allerdings forderte Al Ghurair in Genf die Etablierung eines, wie er sagte, "unabhängigen internationaen Gremiums, das die Weltbevölkerung vertritt und als parlamentarischer Arm der Vereinten Nationen fungiert und jedes Land, ob groß oder klein, demokratisch zur Rechenschaft ziehen kann, wenn es seinen internationalen Verpflichtungen nach den Prinzipien des Völkerrechts nicht nachkommt". Nach der Emirates News Agency sagte Al Ghurair, dass er der Ansicht sei, dass "die neue internationale Organisation alle Menschen der Welt repräsentieren und als Stimme für die Prinzipien internationaler Gerechtigkeit agieren" solle. Die UN solle intensiv über die Etablierung eines solchen parlamentarischen Arms nachdenken. Nach dem Bericht habe Al Ghurair betont, dass die neue Institution die IPU nicht ersetzen solle.
Das Sekretariat der Kampagne für ein UN-Parlament bestätigte, dass "ein globales parlamentarisches Organ benötigt wird, das letzten Endes an der Entscheidungsfindung der UNO und anderer internationaler Institutionen beteiligt und dazu fähig ist, diese Institutionen und ihre Beamte parlamentarisch zu kontrollieren. Ein solches Gremium würde die Funktionen der IPU weder duplizieren noch ersetzen".
Deklaration der 3. Weltkonferenz der Parlamentssprecher
Oberes Bild: Plenarsitzung der Konferenz, Inter-Parliamentarische Union
Parlamentarisches Forum für die Gemeinschaft der Demokratien gegründet
Mehr als vierzig Parlamentsabgeordnete aus Litauen, den Vereinigten Staaten und anderen europäischen, lateinamerikanischen und asiatischen Ländern haben ein Parlamentarier-Forum für die Gemeinschaft der Demokratien gegründet. Die Gemeinschaft ist eine globale zwischenstaatlichen Koalition, die in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag feiert. In Übereinstimmung mit den Zielen der Gemeinschaft der Demokratien ist das neue Parlamentarische Forum einer Förderung demokratischer Kultur und einer Stärkung demokratischer Normen und Institutionen
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| Wurde als Präsident gewählt: Emanuelis Zingeris aus Litauen |
| Bild: Wikipedia |
weltweit gewidmet. In der Gründungserklärung des Forums stellen die Parlamentarier fest, dass "ein Parlament die zentrale Institution der Demokratie“ sei und sprechen sich dafür aus, die nationalen Parlamente in ihrer Funktion als Repräsentations-, Gesetzgebungs- und Kontrollorgan der Exekutive zu stärken. Die Mitglieder des Forums wollen sich jährlich treffen, Vorschläge hinsichtlich der Entwicklung der Demokratie in der ganzen Welt erarbeiten und ihre Erfahrungen in der parlamentarischen Arbeit mit Transitionsländern und pro-demokratischen Gruppen in autoritär regierten Ländern teilen.
Bei dem Gründungstreffen im März dieses Jahres in Vilnius, Litauen, wählte das Forum Emanuelis Zingeris, den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des litauischen Parlaments, zum Präsidenten und schuf einen international besetzen Vorstand bestehend aus sieben Vizepräsidenten. Gewählt wurden Lincoln Diaz-Balart, langjähriges Mitglied des US-Repräsentantenhauses, David Kilgour, einer der aktivsten Aktivisten für Menschenrechte und Demokratie aus Kanada, der deutsche Abgeordnete des Europäischen Parlaments Michael Gahler, welcher wesentlich zur litauischen euro-atlantischen Integration beigetragen hat, Michal Tomasz Kaminski, der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Konservativen und Reformisten im Europäischen Parlament, Alexander Vondra, einer der aktivsten Teilnehmer am Prager Frühling und ehemaliger tschechischer Vizeministerpräsident, David Bakradse, Sprecher des georgischen Parlaments, und der mexikanische Senator Adriana González Carrillo.
In einer seiner ersten Erklärungen, forderte das Forum die chinesische Regierung auf, Liu Xiabo, einer der Verfasser der Charta 08, unverzüglich aus der Haft zu entlassen und unterstützte seine Nominierung für den Friedensnobelpreis 2010.
Die Gemeinschaft der Demokratien wurde im Jahr 2000 auf einer Ministerkonferenz in Warschau auf Initiative des damaligen polnischen Außenministers Bronislaw Geremek und der damaligen US-Außenministerin Madeleine Albright gegründet. Geremek, der im Juli 2008 verstarb, unterstützte auch die Idee, ein Parlament bei den Vereinten Nationen einzurichten, um eine Demokratisierung der internationalen Institutionen zu erreichen.
Website der Gemeinschaft der Demokratien
Bild oben: Gründungstreffen des Parlamentarischen Forums der Gemeinschaft der Demokratien am 12. März 2010, von Olga Posaškova, Parlament der Republik Litauen
Summit buries bold plans to transform the Inter-Parliamentary Union
The third World Conference of Speakers of Parliament closed last week in Geneva with the adoption of a declaration on the need to secure global democratic accountability. Eventually, over 130 speakers of parliament gave their assent to a text that was characterized by Neue Zürcher Zeitung, one of Switzerland’s leading newspapers, as being “unpretentious”.
While the declaration states that “today’s multilateral systems should allow for much greater consideration for the thoughts, feelings and aspirations of people everywhere whose voices go unheard” and “called for greater parliamentary involvement in international cooperation”, the speakers assembled in Geneva seemed to disagree on the route to take. Turning to the Inter-Parliamentary Union (IPU), convener of the world conference and the umbrella organization of national parliaments, they affirmed in unison that the IPU is “the international body best suited to build the relationship between parliaments and the United Nations”. According to reports, however, speakers of parliament primarily from Western countries took offence at what was described as “ambitions towards a world parliament”.
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| Abdurahim Abdi suggested a bold approach |
| Image: IPU |
The Speaker of the East African Legislative Assembly, Abdurahim Abdi, for example had promoted the imposing vision that parliaments should be formally included into the decision-making at the United Nations. “For instance it can be made a requirement that every decision of the UN General Assembly or the UN Security Council is subjected to some form of a parliamentary process before it becomes binding. We can do this by strengthening the existing international parliamentary forums like the Inter-Parliamentary Union to co-determine with the UN General Assembly or Security Council the shape of world policies,” Mr Abdi stated.
Amendment softens declaration
The Emirates News Agency reported that an alliance of European and Arab Speakers succeeded to remove a passage from the declaration’s draft that was tabled at the conference that acknowledged the need to examine “all options” to strengthen the IPU, “including reforming its current Statutes and Rules, concluding an international convention on the IPU and entering into a new and significantly improved cooperation agreement with the United Nations.” Instead, the amended declaration merely included the softened statement that the Speakers welcomed “the discussion which has been started within the IPU in order to strengthen its functions, promote its efficiency and develop its cooperation with the United Nations and its institutions.”
The Speaker of the German parliament, Norbert Lammert, stated in a speech that “the IPU is neither a world parliament nor a subsidiary organization of the UN and we also do not want it to turn into one.” According to Mr. Lammert, the presidents of all parliaments of the EU member states supported the suggested amendment.
GulfNews reported that the Speaker of the Federal National Council of the United Arab Emirates, Abdul Aziz Al Ghurair, played an instrumental role in rallying support for the amendment by voicing concern that - based on the draft text -, the IPU could be “converted into a UN government organisation that lacks independence, democratic accountability and transparency.”
New “parliamentary arm” for the UN proposed
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| Abdul Aziz Al Ghurair called for a new "parliamentary arm" for the UN |
| Image: IPU |
At the same time, however, Mr. Al Ghurair called “for establishing an international independent body representing peoples of the world to act as a parliamentary arm for the United Nations (UN) and hold any country - whatever big or small - accountable democratically if it flouts its international responsibilities as per principles of international law and legitimacy.” Emirates News Agency quoted Mr. Al Ghurair saying that he believes that “the new international accountability organisation should represent all peoples of the world and serve as a voice for principles of international justice. It's necessary for the UN to mull deeply creating such a parliamentary arm.” According to the report, Mr. Al Ghurair stressed that the new institution should not replace the IPU.
The Secretariat of the Campaign for the Establishment of a UN Parliamentary Assembly affirmed that “a global parliamentary body is needed that eventually participates in decision-making at the UN and other international institutions and that is able to hold these institutions and their executives accountable. Such a body would not replace or duplicate the IPU’s functions.”
Declaration of the 3rd World Conference of Speakers of Parliament
Top image: Plenary of the conference, by Inter-Parliamentary Union
Parliamentary Forum for the Community of Democracies created
More than forty Members of Parliament from Lithuania, the United States and other European, Latin American and Asian countries have launched a Parliamentary Forum for the Community of Democracies, a global intergovernmental coalition that celebrates its tenth anniversary this year. In accordance with the Community’s program, the new Parliamentary Forum is dedicated to promoting democratic rules and strengthening democratic norms and institutions around the world. In a declaration setting
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| Was elected as President: Emanuelis Zingeris from Lithuania |
| Image: Wikipedia |
up the forum, the parliamentarians hold that since “a parliament is the central institution of democracy, we commit to strengthen the role of national parliaments in our own countries and, in each of them, the functions of representation, legislation and oversight of the Executive.” Members of the Forum intend to meet regularly every year, make suggestions regarding the development of democracy around the world and share their experience of parliamentary work with transition countries and pro-democratic groups in authoritarian regimes.
At a convening meeting in March this year in Vilnius, Lithuania, the forum elected Emanuelis Zingeris, Chairman of the Foreign Affairs Committee of Seimas of Lithuania, as President and created an international board consisting of seven Vice-Presidents. Long-time member of the United States House of Representatives Lincoln Diaz-Balart, one of the most active Canada’s fighters for human rights and democracy David Kilgour, German representative in the European Parliament Michael Gahler, who significantly contributed to Lithuania’s Euro-Atlantic integration, leader of the European Conservatives and Reformists group in the European Parliament Michal Tomasz Kaminski, one of the most active participants in the Prague Spring and former Czech Deputy Prime Minister Alexander Vondra, Speaker of the Georgian Parliament David Bakradze and Mexican Senator Adriana González Carrillo were elected as Vice-Presidents.
In one of its first declarations, the forum urged the government of China to release Mr. Liu Xiabo, one of the drafters of the Charter 08, from  prison  immediately and endorsed his nomination for the 2010 Nobel Peace Prize.
The Community of Democracies was founded in 2000 during a Ministerial Conference in Warsaw on the initiative of the then Polish Minister of Foreign Affairs, Bronislaw Geremek. and former U.S. Secretary of State, Madeleine Albright. Mr Geremek who passed away in July 2008, also supported the idea to establish a United Nations Parliamentary Assembly in order to promote democracy in international institutions.
Website of the Community of Democracies
Top image: Convening Meeting of the Community of Democracies Parliamentary Forum on 12 March 2010, held at the Seimas; by Olga Posaškova, Seimas of the Republic of Lithuania






