“Neo-humanistisches” Manifest fordert globales Parlament
Die Notwendigkeit, "transnationale planetare Institutionen" zu entwickeln, die sich globaler Probleme annehmen, ist einer von sechzehn Punkten, die in einem kürzlich veröffentlichten Statement hervorgehoben werden, das von Paul Kurtz und anderen prominenten Humanisten abgefasst wurde. Nach der "Neo-humanistischen Erklärung zu säkularen Prinzipien und Werten" seien "alle Mitglieder der planetarischen Gemeinschaft" "ethisch verpflichtet", die "willkürlichen politischen Grenzen vergangener Zeiten" zu überwinden und dabei zu helfen, "neue transnationale Institutionen zu schaffen, die demokratisch geführt sind und Menschenrechte respektieren und verteidigen". Das Dokument erklärt, dass global wirksame Gesetze notwendig seien. Für die Verabschiedung dieses Weltrechts müsse eine globale Legislative verantwortlich sein, zur Interpretation der Weltgesetze sei ein Weltgerichtshof erforderlich und zur Durchführung ein "gewähltes Exekutivorgan".
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| Initiator des neuen Manifests: Paul Kurtz |
| Bild: Wikimedia |
Das Dokument, das die Forderung nach einem Weltparlament enthält, wurde von mehr als 100 bekannten Humanisten unterzeichnet, darunter die ehemalige US-Abgeordnete Patricia Schroeder, der Harvard-Psychologe Steven Pinker, die Schriftstellerin Ann Druyan sowie die Philosophen Rebecca Goldstein, Colin McGinn, Philip Kitcher und Owen Flanagan.
Die Erklärung ist das jüngste Statement aus seiner Reihe von Texten aus den Jahren 1933, 1973 und 2000, welche die säkulare und humanistische Bewegung geprägt haben. Sie ist nicht die erste, in der die Idee eines Weltparlaments unterstützt wird. Das "Humanistische Manifest 2000", das vor zehn Jahren veröffentlicht wurde, geht bereits ausführlich auf die Notwendigkeit "neuer planetarischer Institutionen" und eines globalen Parlaments ein. Unter anderem wurde darin festgestellt, dass "wir mehr als jemals zuvor ein weltweites Gremium benötigen, das die Menschen der Welt und nicht die Nationalstaaten repräsentiert". Nach dem Manifest sei "wohl eine bikamerale Legislative mit einem Parlament der Bürger und einer Generalversammlung der Staaten die am besten machbare".
Das neue Statement wurde im März publiziert, offenbar im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung, die derzeit in der säkularen Bewegung im Gange ist. Nach der Website des neu gegründeten "Institute for Science and Human Values", dem Paul Kurtz - seit über drei Jahrzehnten einer der führenden Köpfe der Bewegung - als Gründungspräsident vorsitzt, soll die Erklärung "dabei helfen, den Aktivitäten der neuen Organisation als Leitfaden zu dienen".
Das "Neo-humanistische Statement" kann hier gelesen werden
Oberes Bild: Paul Kurtz bei einer Veranstaltung in New York im November 2007, von QwirkSilver, Creative Commons (Flickr)
“Neo-Humanist” statement calls for a global parliament
The need to develop “transnational planetary institutions to cope with global problems” is one of sixteen main principles included in a statement that was published recently by Paul Kurtz and other prominent humanists. According to the "Neo-Humanist Statement of Secular Principles and Values",   "all members of the planetary community" are "ethically obligated" to "transcend the arbitrary political boundaries of the past and help create new transnational institutions that are democratic in governance and will respect and defend human rights." The document states that these new transnational institutions “will need to adopt a body of laws which will apply worldwide, a legislature to enact and revise these laws, a world court to interpret them, and an elected executive body to apply them.”
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| Drafted the statement: Paul Kurtz |
| Image: Wikimedia |
The document that includes a call for an “eventual World Parliament” is signed by more than 100 well-known humanists including former U.S. Congresswoman Patricia Schroeder, Harvard psychologist Steven Pinker, writer Ann Druyan as well as philosophers Rebecca Goldstein, Colin McGinn, Philip Kitcher and Owen Flanagan.
The statement is the latest public declaration of a humanist movement that has been shaped by similar documents in 1933, 1973, and 2000. It is not the first to endorse the notion of a world parliament. The “Humanist Manifesto 2000” that was published ten years ago already elaborated extensively on the need for “new planetary institutions.” Among other things it stated that “we need now more than ever a world body that represents the people of the world rather than nation-states.” The statement concluded that “perhaps a bicameral legislature is the most feasible with both a Parliament of peoples and a General Assembly of nations.”
The new “Neo-Humanist” statement was issued in March of this year, apparently in the context of a schism that is ongoing in the humanist movement. According to the website of the newly established “Institute for Science and Human Values” that is chaired by Paul Kurtz, one of the leading figures in the humanist movement for over 30 years, the statement “will help guide the new organization’s activities.”
Read the Neo-Humanist statement here
Top image: Paul Kurtz at an event in New York in November 2007, by QwirkSilver, Creative Commons (Flickr)
Weltparlament zur globalen Klimapolitik vorgeschlagen
Bei einer von der Australischen Nationalen Universität veranstalteten Konferenz haben Experten die Einrichtung eines Weltparlaments über die globale Klimapolitik vorgeschlagen. Das neue Gremium könnte als beratendes Organ der Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) gegründet werden und anfangs rund 550 Delegierte der nationalen Parlamente umfassen.
"Der Klimawandel ist eine der wichtigsten Herausforderungen dieses Jahrhunderts und eine effektive globale Lösung ist dringend. Wir sind überzeugt, dass eine globale parlamentarische Versammlung dabei helfen könnte, den Verhandlungsprozess neu zu beleben", sagte Duncan Kerr, Mitglied des australischen Parlaments und einer der drei Co-Autoren des Vorschlags.
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| Duncan Kerr während der Präsentation in Canberra |
| Bild: KDUN |
Das in Canberra vorgestellte Papier argumentiert, dass eine parlamentarische Versammlung dabei helfen könnte, den "überaus mangelhaften" Entscheidungsprozess der UNFCCC zu verbessern. Nach Auffassung von Duncan Kerr und seinen Co-Autoren, der argentinische Parlamentarier Fernando Iglesias und Andreas Bummel , Vorsitzender des Komitees für eine demokratische UNO in Berlin, hätte eine Vereinbarung, die von einem globalen Parlament gutgeheißen wird, eine "beispiellose Legitimität". Sie konstatieren, dass "diese Legitimität moralischen Druck ausüben würde, einem Post-Kyoto-Protokoll beizutreten und dieses auch zu befolgen".
Duncan Kerr erläuterte in Canberra, dass es eine der Aufgaben des Parlamentes wäre, als formale Plattform zu dienen, die öffentliche Beratungen organisiert und fördert. Fachleute, Zivilgesellschaft und die Menschen an der Basis sollten dabei zu Wort kommen. "Im Gegensatz zu Spitzendiplomaten, die Regierungen vertreten und diesen verantwortlich sind, würden Delegierte einer parlamentarischen Versammlung ihren Wählerinnen und Wählern Rede und Antwort stehen müssen. Ihre Aufgabe wäre es, mit den Menschen vor Ort auf Tuchfühlung zu sein", sagte Kerr.
Der Vorsitzende des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments Jo Leinen aus Deutschland begrüßte den Vorschlag. "Eine globale parlamentarische Versammlung würde das gemeinsame Interesse der Menschheit an einer effektiven Antwort auf den Klimawandel repräsentieren. Diese Sichtweise ist dringend erforderlich. Sie wäre ein Gegengewicht zu dem Geschacher der nationalen Regierungen," sagte Leinen. "So wie das Europäische Parlament in den 1950er Jahren als beratende Versammlung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl begonnen hat, könnte ein Weltparlament als beratendes Organ zur Klimapolitik beginnen", fügte Leinen hinzu.
Die Direktorin der Foundation for Democracy and Sustainable Development in Großbritannien, Halina Ward, kommentierte, dass "der Vorschlag für ein Weltparlament zum Klimawandel die wichtige Frage anspricht, wie die Vertretung der Weltbevölkerung in der globalen Klimapolitik verbessert werden kann. Es handelt sich um einen sorgfältig ausgearbeiteten Vorschlag, der eine ernsthafte Diskussion verdient.”
Die Konferenz in Canberra fand am 15. und 16. Juli statt.
Oberes Bild: Lake Hume, Australien, von Tim Keegan, Creative Commons (Flickr)
World Parliament on Climate Change proposed
Paper presented at conference in Canberra, Australia
At a conference in Canberra organized by the Australian National University, experts suggested the establishment of a world parliament on global climate policy. The new body, initially composed of around 550 delegates from national parliaments, could be set up as a consultative body to the Conference of State Parties of the United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC.
“Climate change is one of the most important issues of this century and an effective global response is urgent. We are convinced that a global parliamentary assembly could help to reinvigorate the negotiation process,” said Duncan Kerr, Australian Member of Parliament and one of the proposal’s three co-authors.
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| Duncan Kerr MP presents the paper in Canberra |
| Image: KDUN |
The paper presented in Canberra argues that a parliamentary assembly could help improve the “significantly flawed” decision-making process of the UNFCCC. According to Duncan Kerr and his co-authors, the Argentinian Member of Parliament Fernando Iglesias and Andreas Bummel, chairman of the Committee for a Democratic U.N. in Germany, an agreement approved by a global parliamentary assembly “would have unprecedented legitimacy.” They state that “this legitimacy would exert moral pressure to join any post-Kyoto protocol and to secure compliance.”
Mr. Kerr explained in Canberra that one of the parliament’s purposes would be to act as a formal platform to facilitate and organize public deliberation and to gather input from experts, civil society and from the grass-roots level. “By contrast to top diplomats who represent governments and report back to them, delegates of a parliamentary assembly would be ultimately accountable to their constituents. Their task would be to establish links to relevant groups and civil-society organizations on the spot and to interact with them,” said Mr. Kerr.
The chairman of the European Parliament’s Committee on Environment, Public Health and Food Safety, Jo Leinen from Germany, welcomed the proposal. “A global parliamentary assembly would represent the common interest of humanity in finding an effective response to climate change. This perspective is urgently necessary to counterweight the bargaining of national governments,” said Mr. Leinen. “Just as the European Parliament originally started off as a consultative assembly of the European Community on Coal and Steel in the 1950ies, a world parliament may start as an advisory body on climate policy,“ Mr. Leinen added.
The director of the Foundation for Democracy and Sustainable Development in the United Kingdom, Halina Ward, commented that “the proposal for a World Parliament on Climate Change tackles important issues about how to improve representation of the world's people in global climate governance. This is a carefully crafted proposal that deserves serious consideration.”
The conference on “Democratizing Climate Governance” in Canberra was held on 15-16 July.
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Top image: Lake Hume, Australia, by Tim Keegan, Creative Commons (Flickr)
Grüne unterstützen Kampagne für ein UNO-Parlament
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| Claudia Roth während einer Rede in Göttingen im September 2007 |
| Bild: Wikimedia Commons |
Wie das Sekretariat der Kampagne für ein Parlament bei den Vereinten Nationen heute mitteilte, hat sich nun unter anderem auch der Bundesvorstand von Bündnis 90 / Die Grünen dafür ausgesprochen, die Initiative politisch zu unterstützen. „Wir teilen die Auffassung, dass demokratische Mitwirkung und Repräsentation schrittweise auch auf der globalen Ebene umgesetzt werden muss. Wichtige internationale Entscheidungen sollten nicht länger von einer handvoll von Regierungsvertretern in verschlossenen Hinterzimmern getroffen werden. Ein globales Parlament wäre bestens dazu geeignet, um die Vereinten Nationen demokratischer und transparenter zu machen“, kommentierte die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth.
Die Forderung nach einer parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen wird von grünen Parteien weltweit unterstützt. In der Abschlusserklärung des zweiten grünen Weltkongresses, der vom 1. bis 4. Mai 2008 in Sao Paulo stattfand, heisst es unter anderem, dass die Grünen „die Schaffung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen (UNPA) als ein parlamentarisches Organ im UN-System unterstützen. In einem ersten Schritt sollte es aus Vertretern nationaler Parlamente zusammengesetzt sein, aber zu einem direkt gewählten Gremium werden“.
Die Vorsitzende der kanadischen Grünen sagte seinerzeit, dass "das vom Kongress verabschiedete Statement unterstreicht, dass die globale grüne Bewegung davon überzeugt ist, dass ein Dialog über die Einrichtung eines Zweikammern-Systems bei der UNO geführt werden muss.”
In Deutschland wird der Aufruf der überparteiliche Kampagne für ein UN-Parlament unter anderem von Bundestagsabgeordneten aller Parteien sowie von Attac, der Gesellschaft für bedrohte Völker und der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen mitgetragen.
Oberes Bild: Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen 2009 von Jens Matheuszik, pottblog.de
German Greens support Campaign for a United Nations Parliament
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| Claudia Roth during a speech in Göttingen in September 2007 |
| Image: Wikimedia Commons |
The Secretariat of the Campaign for a UN Parliamentary Assembly announced today that the federal board of the German green party, Bündnis 90 / Die Grünen, has decided to endorse the initiative. “We share the view that democratic participation and representation gradually also needs to be implemented at the global level. Important internationaldecisions should no longer be taken by a few government representatives who meet behind closed doors. A global parliament would be well suited to make the United Nations more democratic and more transparent,” commented party chair Claudia Roth.
The call for a United Nations Parliamentary Assembly is supported by green parties all over the world. In the final declaration of the second global greens congress that met in May 2008 in Sao Paulo it is stated that the greens “support the creation of a United Nations Parliamentary Assembly (UNPA) as a parliamentary body within the UN system. As a first step it should be composed of representatives of national parliaments but it should become a directly elected body.”
At that time, the chair of the Canadian greens, Elizabeth May, stated that “the resolution adopted by the congress underlines that the green movement is convinced that a dialogue is needed on the notion of a bi-cameral system at the UN.”
The German greens are currently not part of the governing coalition in Germany. At the last elections in September 2009, however, the party got 10.7 percent of votes and won 68 parliamentary seats. From 1998 to 2005, the party designated the German foreign minister, Joschka Fischer.
Top image: Federal party conference of the Greens in 2009, by Jens Matheuszik, pottblog.de
Dominikanische Republik: Zivilgesellschaft bildet Netzwerk für eine UNPA
Organisationen der Zivilgesellschaft in der Dominikanischen Republik haben ein Netzwerk gebildet, um für die Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen zu werben. Dies berichtete die Fundación Federalista als Koordinator der Initiative. Nach Angaben
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| Rommel Santos, Präsident der Fundación Federalista |
| Bild: Fundación Federalista |
von Rommel Santos, Präsident der Stiftung, haben sich bislang fünfzehn führende dominikanische Organisationen angeschlossen, unter ihnen die Fundacion Nacional para la Democracia, Fundacion Seguridad y Democracia, Fundacion del Consumidor Dominicano und das Instituto Nacional de Desarrollo e Investigacion de los Servicios Sociales. Das Netzwerk plant, das Bewußtsein für die Notwendigkeit grenzüberschreitender Demokratie zu schärfen und will das Parlament der Dominikanischen Republik dazu bringen, sich den Bemühungen für ein globales Parlament anzuschließen.
"In den letzten Jahren hat die Fundación Federalista eine Reihe von Gesprächen, Konferenzen und Diskussionen über Förderalismus und Demokratie in einer globalisierten Welt organisiert. Da mehr und mehr wichtige Entscheidungen außerhalb des Rahmens nationaler Demokratie getroffen werden, müssen wir voranschreiten und den Einflussbereich demokratischer Mitwirkung und Kontrolle ausweiten. Wir fordern die Deputiertenkammer und den Senat der Dominikanischen Republik dazu auf, dem Beispiel des Latein-Amerikanischen Parlaments zu folgen und die Etablierung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen zu unterstützen“, sagte Santos.
Im Hinblick auf Fläche und Bevölkerungsgröße ist die Dominikanische Republik nach Kuba das zweitgrößte Land der Karibik. Die Einwohnerzahl wird auf zehn Millionen geschätzt.
Oberes Bild: Wikipedia / GFDL
Civil society creates pro-UNPA network in Dominican Republic
Civil society organizations in the Dominican Republic have formed a network to promote the establishment of a United Nations Parliamentary Assembly. This was reported by Fundación Federalista, the network’s initiator. According
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| Rommel Santos, President of Fundación Federalista |
| Image: Fundación Federalista |
to Rommel Santos, President of the foundation, fifteen leading Dominican organizations so far cooperate, among them Fundacion Nacional para la Democracia, Fundacion Seguridad y Democracia, Fundacion del Consumidor Dominicano and Instituto Nacional de Desarrollo e Investigacion de los Servicios Sociales. The network plans to raise awareness of the need of transborder democracy and will ask the Parliament of the Dominican Republic to join the efforts for a global parliament.
"Over the past years, Fundación Federalista has run a series of talks, conferences and discussions on federalism and democracy in a globalized world. As more and more important decisions are being taken outside the framework of national democracy, we have to move forward and have to extend the reach of democratic participation and oversight. We request the Chamber of Deputies and the Senate of the Republic to follow the example of the Latin-American Parliament and to support the creation of a United Nations Parliamentary Assembly,“ said Mr Santos.
By area and population, the Dominican Republic is the second largest Caribbean nation after Cuba. The population is estimated at 10 million people.
Top image: Wikipedia / GFDL
Seminar in Lagos debattiert über Weltparlament
Ein vom Nigeria Network of NGOs am 5. Mai in Lagos organisiertes Seminar hat sich mit dem Vorschlag zur Etablierung einer parlamentarischen Kammer bei den Vereinten Nationen beschäftigt. Rund 40 Teilnehmer kamen zusammen, um über die Grundprinzipien, die Struktur, die Zusammensetzung und andere Merkmale eines möglichen globalen Parlaments zu diskutieren.
In einer Präsentation im Namen von Bethel Amadi, Mitglied des nigerianischen Repräsentantenhauses und erster Vize-Präsident des Pan-Afrikanischen Parlaments, wurde hervorgehoben, dass "die Einbeziehung der Menschen in die institutionelle Struktur und in die Entscheidungsmechanismen
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| Gruppenfoto der Seminarteilnehmer |
| Bild: NNNGO |
des internationalen Systems wesentliche Bedeutung" habe. Einer der anderen Sprecher, der Rechtsanwalt Ayo Adebusoye, ging näher auf das Demokratiedefizit internationaler Institutionen ein, welches seiner Ansicht nach unter anderem durch die Abwesenheit einer "direkten demokratischen Verbindung zu den Bürgern" charakterisiert sei. Adebusoye erläuterte, wie eine Parlamentarische Versammlung bei den UN (UNPA) eine solche Verbindung herstellen könne. Die ehemalige Abgeordnete von Edo State, Florence Gbinigie-Erhabor, betonte, dass eine gleichberechtigte Vertretung der Geschlechter in einer UNPA gesichert werden müsse.
Am Ende des Seminars verabschiedeten die Teilnehmer ein gemeinsames Communiqué, das Unterstützung für die Etablierung einer UNPA zum Ausdruck bringt. Insbesondere unterstützt das Communiqué den Aufruf der internationalen Kampagne für eine UNPA, der ein stufenweises Vorgehen bei der Etablierung eines globalen Parlaments vorsieht. Das Communiqué empfiehlt darüber hinaus unter anderem, dass zivilgesellschaftliche Organisationen "neben Parlamentariern in einer UNPA vertreten sein sollten" und dass "die Rolle der zivilgesellschaftlichen Organisationen und anderer Stakeholder klar identifiziert werden" müsse. Weiterhin besagt das Communiqué, dass es "klare Kriterien dafür geben sollte, um den demokratischen Status von teilnehmenden Ländern zu bestimmen."
Das Kuratoriumsmitglied des Nigeria Network of NGOs Yemisi Ransome-Kuti kommentierte, dass das Seminar "wichtig dafür war, um die Zivilgesellschaft mit dem Konzept globaler Repräsentation durch ein parlamentarisches Gremium vertraut zu machen. Es ist interessant, dass alle Teilnehmer mit der Grundidee eines Weltparlaments einverstanden waren. Das ist eine gute Ausgangslage", so Ramsome-Kuti.
Das Nigeria Network of NGO’s koordiniert die internationale Kampagne für ein UN-Parlament in Nigeria. In dem Netzwerk sind über 800 Organisationen der Zivilgesellschaft zusammengeschlossen, von kleinen lokalen Gruppierungen bis hin zu großen nationalen Organisationen.
"Norwegen sollte sich für eine Demokratisierung globaler Institutionen einsetzen", fordert Én Verden
Anlässlich einer in der vergangenen Woche im Nobel-Institut in Oslo durchgeführten Jahresversammlung hat die norwegische NGO Én Verden beschlossen, sich in den kommenden Jahren darauf zu konzentrieren, Unterstützung für die Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen aufzubauen. "Wir sind davon überzeugt, dass es eines der wichtigsten politischen Projekte dieses Jahrzehnts ist, die Weltordnungspolitik demokratischer und transparenter zu machen", sagte Én Verden’s Vorsitzender, Kjartan Almenning. Én Verden’s neu gewählter Präsident, Odd Einar Dørum, der im Kabinet von Kjell Magne Bondevik von 2001 bis 2005 Justizminister war, deutete darauf hin, dass "Norwegen eine lange Tradition darin hat, Demokratie überall in der Welt zu unterstützen. Es wäre logisch und konsequent, wenn Norwegen sich den Bemühungen für eine stärkere demokratische Beteiligung in globalen Institutionen anschließen würde. Ich hoffe, dass es das bald tun wird.“
Bei einem Seminar, das vor der Jahresversammlung abgehalten wurde, unterstrich der Vorsitzende des Komitees für eine demokratische UNO, Andreas Bummel aus Deutschland, dass wichtige Entscheidungen zunehmend in internationalen Regierungsforen getroffen werden und zwar "außerhalb der Reichweite der Parlamente". "Da globale Koordination und Entscheidungsfindung in vielen Feldern unausweichlich geworden ist, besteht die einzige vernünftige Option, um die demokratische Beteiligung der Menschen in diesen Entscheidungen sicherzustellen, darin, ein Parlament zu etablieren, dass sie auf der globalen Ebene repräsentiert", so Bummel. Der Besuch von Bummel in Oslo beinhaltete einige bilaterale Treffen mit Mitgliedern des norwegischen Parlaments, des Stortinget.
Én Verden ist eine Mitgliedsorganisation des World Federalist Movement und setzt sich für Welteinheit und Föderalismus ein.





