Over 600 MPs support call for UN Parliamentary Assembly

More than 600 Members of Parliament from over 90 countries now endorse the appeal for the establishment of a United Nations Parliamentary Assembly (UNPA). "Over the past six months over 100 further elected representatives have joined our call", the campaign's international Secretariat in Berlin announced today. The 600th Member of Parliament who signed the appeal was Senator Tadashi Inuzuka, a member of the House of Councillors in the Japanese Diet (in the picture). "The establishment of a United Nations Parliamentary Assembly is an important and highly topical issue. I hope that it will gather even more support in the near future," Senator Inuzuka commented the occasion.

The Head of the campaign's Secretariat, Andreas Bummel, pointed out that "the parliamentarians who endorse this campaign democratically represent more than 100 million people from their constituencies around the world." According to the campaign, a UNPA would be "a unique hinge between local constituencies, parliaments, civil society, the UN system and governments." As such, its proponents argue, the body could become an "important catalyst for global change" and would facilitate "a reform of the present system of global institutions and governance."

Veranstaltung in London debattiert globale Demokratie

Eine Podiumsdiskussion bei der London School of Economics (LSE) in London unter Leitung von Prof. David Held ging am 28. Januar der Frage nach, ob Demokratie über Staatsgrenzen hinaus ausgeweitet und auf die globale Ordnung ausgedehnt werden kann. In seiner Präsentation hob Prof. Daniele Archibugi, Professor für Innovation, Governance und Public Policy am Birbeck College, hervor, dass "Demokratie universell als politisches System aktzeptiert" sei. Er zog allerdings die Logik in Zweifel, nach der es ausreichend sei, die Demokratie auf nationaler Ebene auszubreiten, um ein stabiles und demokratisches internationales System zu erreichen. Archibugi argumentierte, dass Demokratien nicht notwendigerweise eine friedliche und rücksichtsvolle Außenpolitik betreiben. Folglich gebe es "den Bedarf, die Voraussetzungen für globale Demokratie zu schaffen". Der Kolumnist des britischen Guardian und Buchautor George Monbiot forderte "eine Revitalisierung der Demokratie auf allen Ebenen, national und global" und argumentierte, dass "die Macht aus der alleinigen Domäne des Nationalstaats entkommen" sei. Monbiot beklagte eine "vollständige Abkoppelung der Vereinten Nationen von den Bürgern". Michael Cox, Professor für internationale Beziehungen an der LSE, gab seinem tiefen Zweifel darüber Ausdruck, ob die gegenwärtige Situation der Welt überhaupt irgendwelche Ansatzpunkte für ein Projekt globaler Demokratie biete. "Es scheint jetzt eher so, dass es die Unumgänglichkeit der Globalisierung garnicht mehr gibt", sagte Cox mit Hinweis auf die globale Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf das globale Wirtschaftswachstum.

Die Diskussionsteilnehmer waren sich darüber einig, dass die Wahl von Barack Obama als Präsident der Vereinigten Staaten ein "Lichtblick" sei und zu einer stärker multilateralen Ausrichtung der US-amerikanischen Außenpolitik führen könnte. Archibugi und Monbiot betonten die Wichtigkeit eines Weltparlaments, um globale Demokratie zu verwirklichen. In seinem kürzlich erschienenen Buch "The Global Commonwealth of Citizens", das auch Anlass der Veranstaltung war, schreibt Daniele Archibugi, dass "eine parlamentarische Weltversammlung die Probleme der Repräsentativität und Legitimität lösen würde, vor die sich jedes Projekt globaler Demokratie gestellt sieht, denn es würde die Entscheidungshoheit wieder direkt in die Hände eines Gremiums legen, das alle Einwohner dieser Erde vertritt".

Drei der vier Podiumsteilnehmer, David Held, Daniele Archibugi und George Monbiot, sind als Unterstützer des "Aufrufs für die Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen" (UNPA) gelistet, der im April 2007 von einer globalen Kampagne veröffentlicht wurde. Die Kampagne sieht die UNPA als einen ersten praktischen Schritt zur Einrichtung eines Weltparlaments an.

Event in London debates global democracy

A panel discussion held at the London School of Economics (LSE) in London on 28 January, chaired by Professor David Held, explored the question whether or not the concepts and practices of democracy can be extended beyond borders to embrace the global order. In his presentation Daniele Archibugi, professor of innovation, governance and public policy at Birkbeck College, pointed out that "democracy is universally accepted as political system". However, he questioned the logic that it is sufficient to spread democracy at the national level in order to achieve a stable and democratic international system. Archibugi argued that democracies do not necessarily pursue peaceful and considerate foreign policies. Thus there is also "need to create conditions for global democratization". The columnist for The Guardian newspaper and book author George Monbiot called for a "revitalization of democracy at all levels, nationally and globally", arguing that "power has fled from the solely national domain". Monbiot complained about a "complete disconnect between the people and the UN". Michael Cox, professor of international relations at LSE, voiced deep scepticism about whether the current situation of world affairs offers any suitable starting point for a global democracy project. "It now seems that there is no inevitability of globalization any more", Cox said under the impression of the global financial crisis and its repercussion on global economic growth.

The panelists agreed that the election of Barack Obama as President of the United States is a "ray of sunshine" and might lead to a more multilateralist approach in the US foreign policy. Archibugi and Monbiot stressed the importance of a world parliament to achieve global democracy. In his recently published book "The Global Commonwealth of Citizens" which was the occasion for the panel debate, Daniele Archibugi writes that "A world parliamentary assembly would solve the problems of representativeness and legitimacy encountered by any global democracy project, as it would again place decision-making power directly in the hands of a body representing all the inhabitants of Earth".

Three of the four panelists, David Held, Daniele Archibugi and George Monbiot, are listed among the supporters of the "Appeal for the Establishment of a Parliamentary Assembly at the United Nations" (UNPA) published by a global campaign in April 2007. The campaign regards a UNPA as a first practical step towards the creation of a world parliament.

Lateinamerikanisches Parlament stellt sich hinter Vorschlag für ein Parlament bei der UNO

Das Lateinamerikanische Parlament (Parlatino) unterstützt die Bemühungen für die Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen (UNPA). Die XXIV. ordentliche Vollversammlung, die am 5. und 6. Dezember in Panama zusammengekommen ist, verabschiedete eine entsprechende Resolution. Darin wird gefordert, dass eine UNPA dabei helfen solle, "die Effektivität, Transparenz, Repräsentativität, Pluralität und Legitimität des internationalen Systems" zu stärken. Die von der Plenarversammlung des kontinentalen Gremiums verabschiedete Resolution folgt auf eine Erklärung der Kommission für Politische Angelegenheiten vom Juni, in der die Etablierung einer UN-Parlamentarierversammlung bereits stark unterstützt wurde. In der Deklaration hieß es, dass die Kommission "alle parlamentarischen Organisationen einlädt, aktiv am Prozess ihrer Einrichtung mitzuwirken". Zudem hat der Senat von Argentinien als erste nationale Parlamentskammer am 14. November 2008 seine uneingeschränkte Unterstützung erklärt.

Der argentinische Abgeordnete und Parlatino-Mitglied Fernando Iglesias betonte die Wichtigkeit der jüngsten Resolution: "Die Unterstützung des Lateinamerikanischen Parlaments für die Kampagne zur Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen stellt einen beispiellosen Meilenstein dar. Der Kontinent war noch vor wenigen Jahrzehnten Schauplatz von politischem Genozid und vieler der schlimmsten Militärdiktaturen. Durch diese Resolution seiner ältesten und größten parlamentarischen Institution erklärt der Kontinent jetzt seine tiefe Überzeugung vom Nutzen und der Kraft der Demokratie auf allen Ebenen der politischen Entscheidungsfindung."

Der Leiter des Sekretariats der UNPA-Kampagne, Andreas Bummel, erklärte: "Nach dem Europäischen Parlament, der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und dem Pan-Afrikanischen Parlament ist Parlatino die vierte kontinentale parlamentarische Institution in der Welt, die sich für die Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen ausspricht. Durch die globale Finanzkrise ist es offensichtlich geworden, dass die Aufsicht über internationale Institutionen dringend stärker, demokratischer und effektiver werden muss. Es ist deshalb höchste Zeit, dass die Vereinten Nationen und ihre Mitgliedsstaaten die Einrichtung eines weltweiten Gremiums von gewählten Abgeordneten ernsthaft erwägen."

Das Lateinamerikanische Parlament wurde 1964 gegründet und basiert heute auf einem 1987 abgeschlossenen Abkommen, dem 22 Mitgliedsstaaten der Region angehören.

Latin-American Parliament backs proposal for a United Nations Parliamentary Assembly

The Latin-American Parliament (Parlatino) backs the call for the establishment of a Parliamentary Assembly at the United Nations (UNPA). The XXIV. ordinary session gathered on 5-6 December 2008 in Panamá passed an according resolution. It notes that a UNPA shall help to strengthen "the effectiveness, transparency, representativeness, plurality and legitimacy of the international system." The resolution passed by the plenary of the continental body follows on a declaration of its Commission on Political Affairs in June which strongly endorsed a UN Parliamentary Assembly. In that declaration, the Commission invited "all parliamentary organizations to participate actively in the process of its creation." Furthermore, on 14 November 2008 the Senate of Argentine was the first national parliamentary chamber to voice its unconditional support.

The Argentine deputy and member of Parlatino, Fernando Iglesias, stressed the importance of the recent resolution: "The support given by the Latin-American Parliament to the Campaign for a Parliamentary Assembly at the United Nations constitutes an unprecedented milestone. Indeed, the continent that few decades ago was the scenario for political genocide and for many of the most terrible military dictatorships, expresses now, through this resolution of its oldest and biggest supranational parliamentary institution, its deep conviction on the virtues of democracy at any level of political decision-making."

The head of the Secretariat of the Campaign for a UNPA, Andreas Bummel, added: "Following the European Parliament, the Parliamentary Assembly of the Council of Europe and the Pan-African Parliament, Parlatino is the fourth continental parliamentary body in the world supporting the creation of a United Nations Parliamentary Assembly. Considering the urgent need of more democratic and effective oversight of international institutions which has become apparent through the global financial crisis, it is high time that the creation of a world body composed of elected representatives is seriously considered by the United Nations and its member states."

The Latin American Parliament was created 1964 and is based on an international treaty concluded 1987 which by now 22 member states from the region have joined. (Image: Parlatino)

Kolloquium in Athen fordert "Globalisierung der Demokratie"

Das fünfte Kolloquium der "Europäischen Assoziation ehemaliger Abgeordneter von Mitgliedstaaten des Europarats oder der EU", welches am 18. Oktober in Athen zusammenkam, hat über "repräsentative und partizipative Demokratie" sowie über die Herausforderungen angesichts der Globalisierung beraten. Die von 75 ehemaligen Abgeordneten aus 18 europäischen Ländern verabschiedete Schlusserklärung erklärte unter anderem, dass "eine Parlamentarische Versammlung der VN geschaffen werden sollte". Der Ehrenpräsident der Gesellschaft, Prof. Dr. Uwe Holtz aus Deutschland, kommentierte: "Die Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung der Vereinten Nationen wurde zu Recht gefordert, weil die Demokratie globalisiert werden muss und Parlamente in globalen Fragen, wie sie auch und gerade in der UNO behandelt werden, ein größeres Mitspracherecht brauchen." Im Hinblick auf die Überprüfung des globalen Finanzsystems aufgrund der Finanzkrise forderte die Versammlung, dass "die Parlamente das Recht haben müssen, die in Vorbereitung befindlichen Änderungen der World Governance zu überwachen."

Colloquium in Athens calls for "globalisation of democracy"

The 5th colloquium of the "Association of former members of parliament of the member states of the Council of Europe or the European Union" which convened on 18 October 2008 in Athens has deliberated on "representative and participatory democracy" and the challenges for democracy in times of globalization. The final declaration adopted by 75 former parliamentarians from 18 European countries stated, among other things, that "a UN Parliamentary Assembly should be set in place." The Association's Honorary President, Prof. Uwe Holtz from Germany, commented: "The colloquium rightfully urged the establishment of a United Nations Parliamentary Assembly because democracy needs to be globalized and parliaments need to have a greater say in global affairs, especially at the United Nations." With regard to the review of the global financial system in the wake of the financial crisis, the meeting claimed that "parliaments must have the right to supervise the revisions of world governance in the pipeline."

Senat von Argentinien erklärt Unterstützung für Einrichtung eines UN-Parlaments

Am 5. November hat sich der argentinische Senat als weltweit erste nationale Parlamentskammer in einer Deklaration vorbehaltlos für die Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen (UNPA) ausgesprochen. Mit der Versammlung solle "eine Stärkung der Effektivität, Transparenz, Repräsentativität, Pluralität und Legitimität der Resolutionen der Institutionen im UN-System" erreicht werden. In der Begründung durch die Senatorin Sonia Escudero heißt es, dass "die Etablierung solch einer Institution ein entscheidender Schritt zur demokratischen Konsolidierung des UN-Systems wäre. Ohne dass eine Änderung irgendeines der 111 Artikel der UN-Charta nötig wäre, kann eine Versammlung dieser Art eine wichtige Verbindung zwischen den Vereinten Nationen, den UN-Programmen, nationalen Regierungen und Parlamenten sowie der Zivilgesellschaft herstellen."

Die Versammlung wäre ein beratendes Organ, das die Aktivitäten der UN und ihrer Programme parlamentarisch begleiten und gewählten Vertretern erstmals eine direkte Vertretung auf der globalen Ebene geben würde. Die Kampagne für die Einrichtung eines Parlaments bei den Vereinten Nationen, ein im April 2007 gestartetes globales Netzwerk von Parlamentariern und Nichtregierungsorganisationen, strebt allerdings an, dass sich eine UNPA letztendlich in ein Weltparlament mit klaren Befugnissen und Rechten entwickelt.

"Die Unterstützung des Senates der Republik Argentinien für die Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen stellt einen historischen Meilenstein in einer unglaublich erfolgreichen Kampagne dar. Wir gehen davon aus, dass sich weitere Parlamente unseren Bemühungen zur Demokratisierung der Globalisierung durch eine Globalisierung der Demokratie anschließen werden", so Fernando Pedrosa, Präsident von Democracia Global, einer Nichtregierungsorganisation aus Argentinien, welche die Aktivitäten der Kampagne im Land koordiniert.

Senate of Argentina declares support for creation of UN Parliamentary Assembly

On November 5th, the Senate of the Republic of Argentina became the first national parliament in the world to adopt a declaration unconditionally calling for the establishment of a United Nations Parliamentary Assembly (UNPA) "in order to strengthen the effectiveness, transparency, representativeness, plurality and legitimacy of the resolutions of the institutions that compose the UN system." In a rationale provided by Senator Sonia Escudero, it is argued that "establishing such an institution would be a decisive step in the democratic consolidation of the UN system. Without the need to change any of the 111 articles of the UN Charter, an Assembly of this range can create an important link between the United Nations, its agencies, national governments and parliaments, and civil society."

The assembly would be an advisory body that would review the activities of the UN and its agencies and give elected representatives for the first time direct representation at the global level. The Campaign for the Establishment of a UN Parliamentary Assembly, a global network of parliamentarians and non-governmental organizations launched in April 2007, however, aspires that a UNPA would eventually develop into a "world parliament" vested with distinctive rights and functions.

"The support given by the Senate of the República Argentina to the creation of a United Nations Parliamentary Assembly constitutes a historic milestone within an incredibly successful campaign. We expect that further parliaments will join our efforts to democratize globalization by globalizing democracy," said Fernando Pedrosa, President of Democracia Global, a non-governmental organization in Argentina which coordinates the activities of the campaign in the country.

Austausch über Parlamentarische Versammlung bei der UNO im Europaparlament veranstaltet

Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und andere Mitwirkende in der Kampagne für die Einrichtung eines Parlaments bei den Vereinten Nationen (UNPA) aus rund 15 Ländern haben sich am 4. und 5. November für einen Austausch über den Fortschritt der Kampagne, die weiteren Aktivitäten sowie zur Diskussion politischer Fragen im Europäischen Parlament in Brüssel getroffen. Im Rahmen des Treffens gab es einen Runden Tisch und einen Abendempfang, an denen geladene Gäste und einige Mitglieder des Europäischen Parlaments teilgenommen haben. Der offizielle Gastgeber der Konferenz, der Europaabgeordnete Jo Leinen, sagte bei seiner Begrüßung, dass es darum ginge „das bestehende demokratische Defizit auf UN-Ebene zu beenden und die Regierungen bei ihren Entscheidungen zu kontrollieren“. Als ein Beispiel hob Leinen die große Bedeutung einer globalen parlamentarischen Begleitung auf dem Gebiet der Klimaschutzbestimmungen hervor. Unter dem Eindruck der gegenwärtigen globalen Finanzkrise und ihrer Auswirkungen auf die Weltwirtschaft betonte die Abgeordnete Neena Gill, dass der Zeitpunkt des Treffens „wirklich sehr passend“ sei. „Wir brauchen stärkere Global Governance, aber auch echte Legitimität. Die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich ausgeschlossen“, so Gill.

Bei dem von der Kampagne für ein UN-Parlament und der Union Europäischer Föderalisten gemeinsam organisierten Empfang unterstrich der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Edward McMillan-Scott, die schon langewährende Unterstützung des Parlaments für die Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung bei der UNO und wies unter anderem auch auf das am Tag zuvor veröffentlichte Grußwort des Parlamentspräsidenten Hans-Gert Pöttering hin. Der Europaabgeordnete Grahman Watson würdigte die Erfolge der Kampagne seit ihrem Start im April 2007. So werde die Kampagne inzwischen von fast 550 Abgeordneten aus aller Welt unterstützt.

Als eine der Folgerungen wurde bei der Konferenz festgestellt, dass eine UNPA komplementär wäre zu der von der Inter-Parlamentarischen Union übernommenen Aufgabe, die Rolle nationaler Parlamente in internationalen Angelegenheiten zu stärken. (Bild: EP)